Homer

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Das Wahrzeichen Homers

ist die stärkste und wohl älteste Feldulme des Kreises Borken und wächst als freistehender Baum auf der Weide vor dem Hof Roring-Winkelschulte im Ortsteil. Früher, als der sagenum-wobene "Predigtstuhl" noch den Wegesrand des alten Landweges säumte, machten viele Fußgänger und Fuhrleute Rast unter dem alten Baum.

Der Baum hat einen Umfang von ca. 8,5 Meter und soll mindestens 400 - 600 Jahre alt sein. 1959 wurde dieser Baum durch einen Brand auf dem Hofe Winkelschulte stark beschädigt.


Knorriger Zeitzeuge

Heimatverein hat Infotafel vor der Predigtulme aufgestellt


„Damit die Pättkesfahrer nicht mehr suchen müssen und auch diesen Baum finden, kommt jetzt hier eine Hinweistafel hin“, so Heinrich Grömping vom Heimatverein Homer. Eine Tafel mit der Geschichte der etwa 1000jährigen Predigtulme steht nun auf dem Hof Grunden – Winkelschulte. „Ich finde es auch sehr nett vom Hofbesitzer, dass er seinen Hof für eine Durchfahrt für Radfahrer öffnet, damit sich diese den Baum ansehen und die Geschichte kennen lernen können“, fügt Grömping hinzu, der mit anderen Vereinsmitgliedern unter der Ulme hilft, die Geschichtstafel einzubetonieren.

Der mittlerweile knorrige Baum hat eine lange Geschichte. Botanisch handelt es sich um eine Flatterulme, auch bekannt als Flatterrüster. Am Haus des Bauern Winkelschulte ging damals die älteste Fahrstraße, der alte Borkener – Weseler Weg vorbei und führt von da aus über die Gernemann-Stegge. So wurde berichtet, dass sich unter dem Baum im 16. und 17. Jahrhundert Pilger ausruhten, die auf ihrem Weg zum wundertätigen Bild des Heiligen Antonius nach Wesel dort innehielten. Weiter wird erzählt, dass im Baum zwischen den knorrigen Stümpfen der Krone ein Predigtstuhl eingerichtet worden sei, wo der die Prozession begleitende Pfarrer Messen abhielt.

Durch einen Funkenflug beim Dreschen geriet die anliegende Scheune im Oktober 1959 in Brand. Auch das Wohnhaus wurde ein Opfer der Flammen, und obwohl die Feuerwehr zeitweise ihre Spritzen mehr auf den historischen Baum als auf die Scheune richtete, trug der Baum schwere Schäden davon. Gerade mal die Hälfte des bizarren Baumveteranen zeigte im folgenden Jahr wieder neues Grün. Sagen berichten auch, das früher von dem Baum weder Ast noch Blatt aufgesammelt werden durfte. Und wer es doch wagte und das Holz sogar auf dem Herdfeuer verbrannte, dem erschien eine schwarze Dogge, welche sich an das Feuer legte und erst wieder verschwand, wenn Holz oder Asche wieder unter den Baum zurückgelegt wurde.

Nach getaner Arbeit kam zwar keine schwarze Dogge, aber ein Schnäpschen zur Belohnung für die fleißigen Helfer machte die Runde.
Quelle: BZ vom 13.11.2009 (Text und Bild)