Homer

Allgemein

Startseite Gästebuch Impressum Kontakt Landkarte Links Satzung

Bohnen 2008

Bohnenprojekt 2008

Der Kartoffelanbau vom letzten Jahr hat uns motiviert im Jahre 2008 wieder etwas zu machen. Der Acker wurde beibehalten aber es musste eine andere Pflanze angebaut werden denn Kartoffeln sollte man höchstens alle 4 Jahre an der gleichen Stelle anbauen. Irgendwann und irgendwie man weis nicht mehr ganz genau wie es kam, wurde über Kürbisse gesprochen und etwas später kamen Stangenbohnen dazu.

Ludger und Anke haben bei Kürbisse organisiert, sie fotografiert, die Kerne getrocknet und so den Grundstock für das Feld zusammengetragen. Jetzt ging es an die Besonderheiten. Dieter hatte Saatgut aus Südafrika mitgebracht und uns überzeugt, dass diese besonders lecker sein sollen. Es wurde weiteres Saatgut von diversen Zucchinisorten und Kalebassen besorgt.

Erich hat sich für die weitere Dokumentation verantwortlich erklärt. Wir haben ja aus den Kartoffelerfahrungen gelernt, dass es Sinn macht, das Saatgut, die Blüte und die Frucht einzeln zu fotografieren und alles später zusammenzustellen.

Bei den Bohnen brauchten wir etwas mehr Hilfe, da mein Wissen über Stangenbohnen mit grüner und gelber Schote, Monstranzbohne und Feuerbohne zu Ende war. Bei der Recherche stieß ich auf die Arche Noah in Österreich. Hierbei handelt es sich um ein Gruppe von Leuten, die sich zur Aufgabe gemacht haben, alte Sorten zu erhalten. Schnell wurde ich zu den Experten weitergeleitet, die uns eine Liste von ca. 200 Bohnensorten geschickt haben. Das sind alles Sorten, die sie in ihrem Archiv aufbewahren. Zusammengetragen aus Deutschland, Österreich und in den letzten Jahren aus den Osteuropäischen Ländern. Das Saatgut der Bohnen hält sich nur 6 Jahre. Danach sinkt die Keimfähigkeit sehr schnell auf null. Aus diesem Grund verbauen die Leute von der Arche Noah jährlich Bohnen an. Da sie aber nur einen kleinen Acker und viele Sorten haben sind sie immer froh über Leute die ihnen mithelfen. Sie stellen das Saatgut zur Verfügung und möchten nachher wieder neues zurückgeschickt bekommen. Das hörte sich gut an und schnell wurde beim Durchschauen der Liste klar, das sich noch mehr Leute dafür interessieren würden. Zum Schluss waren wir mit 9 Familien, die sich aus der Liste Sorten auswählten. Jeder wählte seine Bohnen nach eigenen Kriterien. Mal nach Farbe der Bohne und Schote mal nach Geschmack oder Verwendungsempfehlung.

Wie immer wenn man erst einmal anfängt zu suchen, findet man noch mehr interessantes. Aus Wien habe ich dann noch 6 Sorten bestellt. Davon gab es jeweils ca. 12 Bohnen pro Sorte.
Auch ein Kollege von mir hat eine rotschalige Sorte, die seine Eltern immer verwenden organisiert und zusätzlich wurde Mombacher Speck als normale Sorte gekauft.

Wilfried übernahm die Vorbereitung des Ackers. Zuerst wurde Kompost aufgebracht. Frank pflügte den Acker und anschließend wurde Volldünger aufgebracht.

 

Jetzt kam der Pflanzplan an die Reihe. Das Herzstück sollte ein Tipi werden. Der sollte als Spielplatz für Kinder genutzt werden können. Glücklicherweise hat Wilfried seine Kopfweiden vor 2 Jahren geschnitten, das Schnittgut aber noch nicht entsorgt. Hierbei handelt es sich um dicke lange Stangen, die ein riesiges Tipi entstehen ließen und zusätzlich noch einen Wandelgang durch den die Kinder laufen konnten.

Zum Pflanzen Mitte Mai wurde Verstärkung benötigt. Irenes Kinder halfen tatkräftig mit. Und damit wir nicht mit unseren ganzen Sorten durcheinanderkommen hatte Jürgen schon Schilder vorbereitet. Auf diesen wurden die von Erich vorbereiteten Schilder der einzelnen Sorten aufgetackert. Jetzt sah der ganze Garten schon sehr gut aus.

Wie immer stellt man plötzlich fest, dass nicht nur das Gemüse, sondern leider auch das Unkraut wächst. Jetzt hieß es jäten, jäten und nochmals jäten.

Kaum waren die ersten Bohnen da, hatten auch schon die Kaninchen entdeckt wie gut diese schmecken. Jetzt wurde das gesamte Feld eingezäunt, gejätet und wieder gejätet.

Als dann die ersten Blüten erschienen kam Erichs große Stunde. Er lief tagelang mit der Kamera durch die Bohnenreihen und erwischte so manche schöne Blüte.
Alle waren zufrieden, nur Christine nicht. Sie hatte die Bohnensorten am Tipi so ausgewählt, dass die Farben bei der Blüte die Farben der französischen Nationalfahne ergeben sollten. Leider blühte nur die Feuerbohne schön rot. Der Rest ging zuerst schlecht auf, blühte viel später und dann auch sehr winzig versteckt unter den Blättern.

Dann kamen endlich die Schoten. So eine Farbenpracht hatte keiner von uns erwartet. Es gab nicht nur grüne und gelbe Schoten sondern auch blaue, breite gelbe mit lila Streifen, grüne mit roten Streifen und extrem lange grüne mit einem Hauch von Haaren. Immer wieder wurde fotografiert und bewundert.

Endlich ging es ans verkosten.
Zuerst wurden die Zucchini getestet. Dieser Geschmack war vor allen vielen Männern roh bisher nicht bekannt. Auch die Kürbisse aus Südafrika sorgten für ein neues Geschmackserlebnis. Überraschend waren auch die Vielzahl der Rezepte die probiert wurden. Zuerst mit den bekannteren Kürbissorten z.B. Hakaido und als wir mutiger wurden, haben wir festgestellt, das auch der Moschuskürbis fantastisch schmeckt und nichts mit dem zu tun haben, was wir bisher unter süß sauer eingelegten Kürbissen kannten.

Ein Höhepunkt war das Basteln mit den Landfrauen. Mit viel Arbeitseinsatz wurde gebastelt, geklebt, gepinselt, ausgeschnitten oder besteckt. Es wurden der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ganz nebenbei war ein fantastisches Büffet aufgebaut mit vielen Kuchensorten aus Zucchini, Kürbis oder Möhre. Auch Kürbisbrot war dabei, sowie Kürbismarmelade und Kürbissuppe. Es war Klasse.

 

Am 5. 10 waren wir wie schon im letzten Jahr wieder auf dem Gescheraner Strohmarkt. Wir haben alle Kürbisse und Bohnen (soweit sie schon trocken waren) mitgebracht. Es wurde wieder Kuchen, Brot, Marmelade und Suppe angeboten. Auch der Mantelpot mit Kartoffeln war wieder im Einsatz. Der Stand war fantastisch. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt denn es hat den ganzen Tag nur gerechnet.